Die kleine Geschichte der Dampfbadkultur – Tipps

Wellness, Gesundheit, Tradition. Das Dampfbad erfreut sich weltweit großer Beliebtheit. Durch seine hohe Luftfeuchtigkeit unterstützt das Dampfbad eine geschmeidige, reine und regenerierte Haut.

Außerdem weiten sich die Atemwege, wodurch Atemwegsinfektionen vorgebeugt werden oder gelindert werden können. Das Dampfbaden regt den Stoffwechsel an, unterstützt die Entgiftung des Körpers und sollen den Geist befreien. Doch wo hat das Dampfbad seinen Ursprung? Und schwitzen wir überall gleich?

Die Geschichte des Dampfbades

  • Ob das römische Mehrkammern Dampfbad, die finnische Sauna, das Temazcal der Maya und Azteken, die Banja der Russen oder der orientalische Hamam, viele antike Kulturen schwitzten bereits in Dampfbädern.
  • Dabei gab es Unterschiede In Bauweise, Anwendung und Art der Aufgüsse. Natürlich entwickelten die Völker ihre Techniken immer weiter, ohne jedoch den ganz individuellen Charm einzubüßen.

Das römische Dampfbad

das antike Dampfbad der Römer wurde aus Marmor errichtet. Es verfügte außerdem über eine Boden- und Wandheizung, für die heißes Wasser in steinernen Kanälen durch die Wände geleitet und unter den Bodenplatten verteilt wurde. Vor dem Betreten des Dampfbades wuschen die Römer wuschen sich gründlich. Im ersten Areal des römischen Dampfbades, dem Tepidarium, lag die Raumtemperatur bei circa 30 Grad, um den Körper der Gäste langsam einzustimmen. Im zweiten Raum, dem Caldarium, wurde es mit 40 Grad schon wärmer. Im letzten Raum, dem Lanconicum, geriet man bei Temperaturen über 60 Grad so richtig ins Schwitzen.

Das orientalische Hammām

Wie das römische Dampfbad wird auch das wurde das orientalische Hammām meist aus Marmor, gelegentlich auch aus Stein, gebaut. Diese Art des Dampfbadens erstreckte sich über den gesamten arabischen Raum und ist heute als besonderes SPA Erlebnis beinahe weltweit buchbar. Eine weitere Ähnlichkeit mit dem römischen Dampfbad ist die Raumaufteilung in mehrere Stationen. Die Gäste des Hammām wuschen sich zunächst gründlich und betraten dann den Hauptraum. In diesem befanden sich kreisrund um den sogenannten Nabelstein angeordnete Liegeflächen.

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Der erhitzte Stein wurde in regelmäßigen Abständen mit Wasser übergossen. Auch das Hammām verfügte über eine zusätzliche Fußbodenheizung, wodurch sich der Raum auf etwa 40 bis 50 Grad erwärmte, und diese Temperatur beibehielt.

  • Um auf dem heißen Boden gut laufen zu können, trugen die Besucher Stelzsandalen. Verschieden temperierte Nebenräume an laden dann, je nach persönlichem Empfinden, zum Verweilen und Entspannen ein.
  • Ein Hammām wurde nicht nur zur Körperhygiene genutzt, sondern diente und – dient noch heute – der rituellen Reinigung zu wichtigen Anlässen.

Temazcal der Maya und Azteken

Das Temazcal ist ein Dampfbad, das archäologischen Funden nach bereits 250 und 550 n. Chr. im gesamten mesoamerikanischen Raum genutzt wurde und bis heute genutzt wird. Die runden, gewölbten Lehmziegelgebilde werden kriechend durch eine Tür betreten.

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Sie haben am oberen Ende eine Öffnung und gegenüber dem Eingang befindet sich eine Feuerstelle zum Beheizen. Ist die Feuerstelle heiß, betreten die Nutzer das Temazcal, schließen die Öffnungen und gießen Wasser auf die Steine über der Feuerstelle. Dann legen sie sich auf eine Matte am Boden und drapieren Heilpflanzen auf ihrem Körper. In der Regel sind die Gebäude recht niedrig und klein, so dass maximal zehn Personen darin Platz finden. Nach dem Bedampfen kühlen sich die Patienten in einen Bach oder Weiher ab.

Die russische Banja

Auch Russenland blickt auf eine lange Dampfbadtradition zurück. Die russische „Banja“ befindet sich in freistehenden Holzhütten und wird mit Holz befeuert. Man lässt sich meist in Gesellschaft bedampfen. So sitzt man nicht nur mit Familie und Freunden in der Banja, sondern sogar mit Geschäftspartnern. Die landestypische Besonderheit bei der Benutzung ist die vergleichsweise hohe Luftfeuchtigkeit. Die Banja wird auf ca. auf 60 bis 90 Grad aufgeheizt und mit häufigen Aufgüssen auf eine Luftfeuchtigkeit bis über 90 Prozent gebracht im Raum gebracht. Durch diese hohe Luftfeuchtigkeit in der russischen Banja wird der Schweißfluss stärker angeregt und auch das Atmen fällt deutlich schwerer. Ein Dampfbad in einer Banja dauert aus diesem Grunde manchmal auch nur wenige Minuten. Dann wird sich unter der kalten Dusche oder im Schnee abgekühlt. Den Aufgüssen werden gerne duftende, ätherische Öle zugegeben.

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Die finnische Sauna

Zum Schluss das wohl bekannteste aller Dampfbäder, die finnische Sauna. Die ursprünglichen Saunen bestanden nach archäologischen Befunden aus natürlichen oder künstlich geschaffenen Erdhöhlen. Diese wurden verschlossen und mit einer offenen Feuerstelle beheizt. Auch die Finnen verwendeten Aufgüsse, jedoch wurden im Gegensatz zur russischen Banja Aufgüsse aus klarem Wasser, Eis oder Schnee ohne Duftstoffe bevorzugt. Da es zu Beginn des finnischen Dampfbades wohl eine starke Rußbildung gab, entwickelten die Finnen ihre Dampfbadkultur stetig weiter. So entstanden die heute bekannten Holzhütten in Blockbauweise. Noch heute nehmen 99 Prozent der Finnen gehen mindestens einmal pro Woche in ein Dampfbad.

Die Traditionelle Finnische Sauna_Vorstellung & Vorbereitung_Das Waldhüttenleben in Finnland_04

Sauna und Dampfbäder in Deutschland

Während andere Völker bereits in der Steinzeit die Vorzüge von Dampfbädern zu schätzen wussten, wurde das Schwitzen In Deutschland erst viel später populär. Zunächst gab es die sogenannten Badestuben, in denen es auch Dampfbäder gab. Die Reinigung begann mit der Waschung des Körpers, erst danach durfte geschwitzt werden. Diese Reinigung war in vielen Fällen auch bitter nötig, da man im christlich geprägten Deutschland Baden als Verweichlichung und unnötigen Luxus anzusehen.

In der Regel badeten die Menschen nur einmal im Monat. Nicht jeder Gast der Badestuben konnte jedoch die Badewanne nutzen, da ein Wasserbad sehr teuer war. Ein Schwitzbad hingegen konnte man sich eher leisten. In der Schwitzstube wurde der Wasserdampf erzeugt, in dem man heiße Kieselsteine mit Wasser übergoss. Für ein Schwitzbad setzten sich die Gäste auf Holzbänke, wie man sie aus modernen Saunen kennt.

Mit Wedeln oder Ruten schlugen sich die Badegäste selbst auf den Körper, wodurch das Schwitzen gefördert wurde. Wer es sich leisten konnte, ließ sich von „ReiberInnen“ Schweiß und Schmutz kraftvoll abreiben, das Haar waschen und/oder rasieren. Mit Beginn des 2. Weltkrieges verschwanden die altbekannten Badehäuser und somit die Schwitzstuben. 1936 baten die finnischen Teilnehmer der Olympischen Spiele um eine kleine Sauna. Schnell verbreitete sich dies in den Medien. Etablieren konnte sich die Tradition des Saunierens aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg, nachdem deutsche Soldaten Saunen an der Ostfront kennen und lieben gelernt hatten.

Fakten über Dampfbäder

  • 1. Im arabischen Raum sowie in Finnland und Russland besuchten Männer und Frauen die Einrichtungen getrennt. In Mitteleuropa hingegen galt zwar offiziell Geschlechtertrennung, in der Praxis wurde aber meistens gemischt sauniert.
  • 2. Sehr Kranke erlitten Patienten erlitten bei Benutzung der Temazcal zum Teil Kreislaufzusammenbrüche und starben.
  • 3. Während dem Dampfbadbesuch in der russischen Banja wurde und wird noch heute nicht selten Wodka getrunken.
  • 4. Die finnische Sauna kam bereits in der Steinzeit nach Finnland. Da die Menschen zu dieser Zeit noch Nomaden waren und durch die ganze Welt wanderten, kamen die aus Asien stammenden Dampfbäder durch asiatische Vorfahren nach Finnland.
  • 5. Dampfbäder und Saunen unterscheiden sich faktisch, auch wenn der Begriff oft verwischt ist. Moderne Dampfbäder haben in etwa eine Temperatur von 45 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von ca. 98%. Saunen erreichen rund 90 Grad, die Luftfeuchtigkeit beträgt in einer Trockensauna etwa 15%. Die Effekte sind allerdings bei beiden Varianten gleich.
  • 6. In Finnland dürfen Häftlinge die Sauna/ das Dampfbad einmal wöchentlich nutzen, so sehr verankert ist diese Tradition in diesem Land.
  • 7. Am 24. ist Tag der Sauna, da darf auch das Dampfbad mitfeiern.
  • 8. Je länger man im Dampfbad ist, desto besser? Falsch! Bei einem ersten Dampfbad wird Erwachsenen empfohlen, nicht mehr als 7 Minuten zu schwitzen. Wenn dies funktioniert, kann bei jedem Besuch um eine Minute verlängert werden. Erfahrene Dampfer schwitzen in etwa 15 bis 35 Minuten.
  • 9. In Russland besuchten Schwangere ohne Einschränkungen die Banja. Einige Frauen haben sogar in Dampfbädern entbunden.
  • 10. Finnland hat mehr Saunen als Autos, in etwa sind es 2,2 Millionen. In der Innenstadt von Helsinki gibt es sogar ein Dampfbad in einer Burger-King-Filiale.

David Reisner

Hier auf holzgefertigt.net präsentiere ich (David Reisner) hochwertige Produkte aus Holz wie Saunen, Gartenhäuser, Spielzeug und Neuheiten und Ideen rund um Holz. Ich interessiere mich für schöne und elegante Lösungen aus Holz und beschäftige mich mit meinen Themenseiten neben dem Interesse für Produkte aus Holz mit Finanzen, Musik, Veranstaltungen und Sport. Privat reise ich gerne, schwimme oder genieße die Ruhe in der Sauna oder erlebe die Natur. Auch für gutes Essen und Genuss bin ich jederzeit zu haben.

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